Bürgerschützenverein Cloppenburg e.V
Noch 347 Tage bis zum Schützenfest
15.05.2019 - 23:00 Uhr Alter: 124 Tag(e)

Besichtigung der renovierten Kutsche

Kategorie: BSV-Cloppenburg

Die Kutsche des Bürgerschützenvereins war in keiner guten, um nicht zu sagen in einer schlechten Verfassung - Schimmel hatte an vielen Stellen angesetzt vernichtende Arbeit zu verrichten, Mäuse hatten sich eingenistet, Bonbons von den zahlreichen Schützenfestumzügen klebte in den Ecken ... Die Wahl des letzten Standortes bzw. die Art der Lagerung hatte sich nicht als sehr Vorteilhaft erwiesen. Es gab sogar Überlegungen die Kutsche zu verkaufen, so lange noch Geld dafür zu bekommen wäre.

Um so erfreulicher, dass die Überholung und Pflege der Kutsche bemerkenswerten Erfolg erzielte. Auch die neue Unterkunft zeigt sich als die richtige Wahl. Der Vorstand des BSV wurde zusammen mit dem aktuellen Schützenthron von Manfred Heimbrock eingeladen den aktuellen Stand der Arbeiten, die Rahmenbedingungen insgesamt zu begutachten wie auch in geselliger Runde ein wenig zu klönen. 
"Man muss sich schon gewaltig anstrengen und verbiegen wenn man die Liebe zu den Pferden und den historischen Kutschen nicht erkennen will. Hier ist der richtige Ort und Manni die optimale Wahl" war die einstimmige Meinung der Bürgerschützen. Manfred Heimbrock, der auch Manni gerufen wird und unser Schützenkönig kennen sich von der Kindheit her - „Wir haben beide noch den Acker mit dem Pferd gepflügt, da waren wir ca. 8 Jahre alt.“ gibt König Günter Lüken preis. Mit 17 Jahren trat Manfred Heimbrock in die Fußstapfen des Vaters, dessen Hobby er an die Töchter Nele und Eva weitergegeben hat. Nicht ohne stolzen Unterton berichtet Manfred von seinen Töchtern wie sie bei der Restaurierung von Kutschen schleifen helfen, nach der Arbeit noch mit dem Schlepper Stroh einfahren, bei der Zucht und bei der Ausbildung der Pferde aktiv sind.

 

Die Abordnung, welcher auch der gerade frisch gekürte Zugadlerkönig des sechsten Zuges, Martin Sachse beiwohnte, hatte darüber hinaus die Gelegenheit noch einiges zu sehen und zu erfahren: Den Hof, Maschinerie und auch die Tiere durften nicht fehlen. Manfred züchtet Altoldenburger Pferde, bildet sie selber aus und berichtet „damit sie an den Lärm, die vielen Menschen bei Schützenfestumzügen oder Renntagen wie auch an die Gespanne gewöhnt sind. Diese Rasse eignet sich besonders gut als Karossier-/Wagenpferd“. 
Bestaunt wurde auch eine Hochzeitskutsche und ein weinroter Landauer bevor es zum Prachtstück der Bürgerschützen ging. Aus der Garage ins Tageslicht verbracht war den Bürgerschützen die Freude über das Ergebnis direkt aus dem Gesicht zu lesen und Manfred Heimbrock bestätigt den Eindruck: „Das Baujahr liegt ungefähr um 1820 und hat wirklich Wert – Es sind alles noch originale Teile von damals – das ist wirklich selten!“ Den Wert schätzt er dreifach höher ein als es der Vorstand des Bürgerschützenvereins angenommen hatte - "Gut das die Kutsche nicht verkauft wurde - das ist ein echter Schatz" beschreibt er zusammenfassend die Kutsche - natürlich in bestem Plattdeutsch und läutete damit den geselligen Teil ein.


Von: Jörg Ostermann